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Wie kaufe ich einen ETF? Schritt für Schritt erklärt

Wie ETF kaufen – diese Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärt Depot, ETF-Auswahl, Handelszeiten und Sparplan für Einsteiger verständlich.

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Wie kaufe ich einen ETF? Diese Frage stellen sich jedes Jahr Tausende, die ihr Geld endlich für sich arbeiten lassen wollen — aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Die gute Nachricht: Der Prozess ist überraschend einfach, sobald du einmal weißt, was die einzelnen Schritte bedeuten. Diese Anleitung führt dich vom leeren Depot bis zur ersten Order.

Die Basis: Warum ETFs für den Vermögensaufbau ideal sind

Ein ETF — Exchange Traded Fund — ist ein Korb aus vielen einzelnen Wertpapieren, der an der Börse gehandelt wird wie eine ganz normale Aktie. Statt eine Handvoll Unternehmen herauszupicken und darauf zu wetten, kaufst du mit einem einzigen ETF-Anteil einen kleinen Schnipsel von hunderten oder tausenden Firmen gleichzeitig.

Das Grundprinzip dahinter ist Diversifikation: Wer alles auf eine Karte setzt, kann alles verlieren. Wer sein Geld auf 1.600 Unternehmen verteilt — wie es ein typischer MSCI World ETF tut — streut das Risiko so breit, dass der Ausfall einer einzelnen Firma kaum spürbar ist.

Gerade für Anfänger ist das attraktiv: Du brauchst kein Expertenwissen, um einen breit gestreuten Index-ETF zu besparen. Kein tägliches Chart-Studium, keine Quartalsberichte einzelner Unternehmen. Der Markt macht seine Arbeit — du musst nur dabei bleiben.

Lohnt sich ein ETF also? Für den langfristigen Vermögensaufbau haben ETFs gegenüber Tagesgeld, Sparbuch oder sogar vielen aktiven Fonds einen entscheidenden Vorteil: Die Kostenquote ist niedrig, die Rendite kommt vom Markt selbst, und Zinseszinseffekte wirken über Jahrzehnte. Dabei ist zu beachten: Kursgewinne und Dividende vs. Rendite sind zwei verschiedene Konzepte — doch beides kann ein ETF liefern, je nachdem, ob er ausschüttend oder thesaurierend angelegt ist.

Schritt 1: Das richtige Depot eröffnen – Wo kann man ETFs kaufen?

Bevor du deinen ersten ETF kaufst, brauchst du ein Depot — das ist dein persönliches Konto für Wertpapiere. Ohne Depot kein Kauf: So wie du ein Bankkonto brauchst, um Geld zu überweisen, brauchst du ein Depot, um Aktien und ETFs zu halten.

Online-Broker oder Filialbank?

Die Wahl des Brokers entscheidet über deine Kosten und deinen Komfort. Grob lassen sich drei Typen unterscheiden:

Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital sind die günstigsten Anbieter. Trade Republic berechnet je nach Volumen oft nur 1 Euro pro Kauf-Order, Sparpläne laufen dort komplett kostenlos. Die Apps sind auf Einfachheit ausgelegt — ideal, wenn du gerade anfängst.

Online-Direktbanken wie Comdirect, ING oder DKB bieten ein breiteres Angebot an handelbaren ETFs, umfangreichere Analysetools und manchmal besseren Kundenservice. Comdirect etwa hat eine langjährige Praxis mit Wertpapierkunden. Die Ordergebühren liegen dort häufig zwischen 3,90 Euro und 12,90 Euro je nach Volumen — höher als bei Neobrokern, aber für größere Einmalbeträge vertretbar.

Filialbanken (Sparkasse, Volksbank, Postbank) sind meist die teuerste Option. Beratungsgebühren und höhere Depotführungskosten können die Rendite über die Jahre spürbar schmälern.

Die Depoteröffnung selbst dauert in der Regel 5–15 Minuten online. Du benötigst deinen Personalausweis (Videoident oder PostIdent), eine gültige Steuernummer und ein Girokonto zur Anbindung. Nach der Freischaltung kannst du sofort Geld überweisen und mit dem Kaufprozess starten.

Schritt 2: Den passenden ETF finden (WKN & ISIN)

Das Depot steht — jetzt kommt die eigentliche Frage: Welchen ETF kaufen? Der Markt bietet über 2.000 verschiedene ETFs allein an deutschen Börsen. Das klingt überwältigend, lässt sich aber mit drei Kriterien schnell einschränken.

Welchen Index?

Für Einsteiger gilt seit Jahren eine Faustregel, die auch die Stiftung Warentest in ihrer ETF-Empfehlung regelmäßig bestätigt: Ein breit gestreuter Welt-ETF auf den MSCI World oder den FTSE All-World ist ein solider Ausgangspunkt. Der MSCI World umfasst rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern; der FTSE All-World schließt zusätzlich Schwellenländer ein.

Wer gezielt auf Europa setzen möchte, kann einen ETF auf den STOXX Europe 600 wählen — der deckt die 600 größten börsennotierten Unternehmen Europas ab. Für den deutschen Markt allein gibt es DAX-ETFs, allerdings ist die Diversifikation bei nur 40 Unternehmen deutlich geringer.

WKN und ISIN verstehen

Jeder ETF hat zwei Identifikationsnummern:

  • ISIN (International Securities Identification Number): zwölf Zeichen, international gültig — z. B. IE00B4L5Y983 für den iShares Core MSCI World ETF.
  • WKN (Wertpapierkennnummer): sechsstellige deutsche Kennnummer — z. B. A0RPWH für denselben ETF.

Im Broker suchst du einfach nach dem Namen, der ISIN oder der WKN — alle drei führen zum selben Ergebnis. Achte darauf, die ISIN direkt beim Anbieter (z. B. iShares, Xtrackers, Amundi) zu prüfen, damit du nicht versehentlich ein ähnlich klingendes, aber anderes Produkt kaufst.

Ausschüttend oder thesaurierend?

Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden regelmäßig auf dein Konto aus. Thesaurierende ETFs reinvestieren diese automatisch — der Zinseszinseffekt wirkt stärker, der Verwaltungsaufwand ist geringer. Für den langfristigen Vermögensaufbau bevorzugen viele Anleger die thesaurierende Variante. Wenn du Fragen rund um Aktien oder ETF hast, lohnt sich ein genauerer Vergleich.

Schritt 3: Handelszeiten und Order-Typen beachten

ETFs werden an der Börse gehandelt — und die Börse hat Öffnungszeiten. Das ist anders als beim Tagesgeld, wo du rund um die Uhr einfach Geld parken kannst.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kaufen?

Der Xetra-Handel in Frankfurt, über den die meisten ETF-Orders ausgeführt werden, läuft werktags von 09:00 bis 17:30 Uhr. In dieser Zeitspanne sind die Spreads — also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs — am engsten, weil das Handelsvolumen am höchsten ist.

Wer um wie viel Uhr ETFs kaufen sollte, ist weniger eine Wissenschaft als eine Faustregel: Vermeide die ersten und letzten 15 Minuten des Handelstages. In der Eröffnungsphase (09:00–09:15 Uhr) und kurz vor Börsenschluss (17:15–17:30 Uhr) können die Spreads kurzfristig breiter sein, weil Kursfindungsprozesse laufen. Im ruhigen Mittag zwischen 11:00 und 14:00 Uhr sind Spreads oft am stabilsten.

Für Sparpläne ist der Ausführungszeitpunkt ohnehin vorgegeben — der Broker kauft automatisch zum festgelegten Datum.

Limit-Order vs. Market-Order

Beim Kauf hast du zwei grundlegende Order-Typen:

  • Market-Order (Bestens-Order): Du kaufst zum aktuellen Marktpreis, sofort, ohne Preisgrenze. Praktisch und schnell — aber bei wenig gehandelten ETFs kann der Ausführungskurs leicht von deiner Erwartung abweichen.
  • Limit-Order: Du gibst einen Maximalpreis an. Liegt der aktuelle Kurs darüber, wird die Order nicht ausgeführt. Das gibt dir Kontrolle, kann aber bedeuten, dass der Kauf nicht zustande kommt, wenn der Kurs nicht fällt.

Für einen breit gehandelten ETF auf den MSCI World ist eine Market-Order in der Regel völlig in Ordnung — der Spread ist minimal und das Handelsvolumen hoch. Bei exotischeren ETFs auf Nischen-Indizes lohnt sich eine Limit-Order als Absicherung.

Schritt 4: Sparplan oder Einmalanlage – So startest du durch

Du weißt jetzt, wo und was du kaufst. Bleibt die Frage: Wie viel auf einmal, und wie regelmäßig?

Der ETF-Sparplan für Anfänger

Ein Sparplan ist die häufigste Einstiegsmethode — und das aus gutem Grund. Du legst fest, dass jeden Monat ein fixer Betrag automatisch in deinen gewählten ETF investiert wird. Schon ab 25 Euro monatlich ist das bei den meisten Neobrokern möglich, bei Trade Republic oder Scalable Capital sogar ab 1 Euro.

Der entscheidende Vorteil: Cost Averaging. Wenn du jeden Monat kaufst, unabhängig vom Kurs, kaufst du bei hohen Kursen weniger Anteile und bei niedrigen Kursen mehr. Über Zeit sinkt damit dein durchschnittlicher Einstiegskurs. Du musst nicht den perfekten Moment abpassen — du bist einfach dabei, Monat für Monat.

Wie viele ETFs sollte man kaufen? Als Anfänger reicht ein einziger, breit diversifizierter ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World völlig aus. Zwei ETFs — etwa Welt plus Schwellenländer — können Sinn ergeben, wenn du gezielt steuern möchtest. Mehr als drei ETFs im Depot erhöhen die Komplexität, ohne den Mehrwert proportional zu steigern.

Einmalanlage: Wann sinnvoll?

Wer eine größere Summe auf einmal anlegen möchte — etwa ein Erbe, einen Bonus oder angespartes Kapital — kann auch eine Einmalanlage in Betracht ziehen. Studien zeigen, dass eine sofortige Einmalanlage statistisch häufiger besser abschneidet als das schrittweise Investieren, weil das Geld länger im Markt ist. Psychologisch ist es jedoch schwer, einen fünfstelligen Betrag auf einmal zu investieren. Viele verteilen die Summe deshalb auf 3–6 Monate.

Ein ETF-Sparplan ist kein Set-and-forget-Trick — er ist eine Gewohnheit. Wer 20 Jahre lang 200 Euro monatlich in einen MSCI-World-ETF investiert und eine durchschnittliche Jahresrendite von 7 % annimmt, kommt auf ein Endvermögen von rund 122.000 Euro — bei eingezahlten 48.000 Euro.

Falls dich das Thema Krypto interessiert und du wissen möchtest, wie sich volatile Anlageklassen historisch verhalten haben, lohnt ein Blick auf die Bitcoin-Historie — ein guter Kontrast zur ruhigeren Welt der ETFs.

Steuer-Hinweis: Freistellungsauftrag nicht vergessen

Bevor du deinen ersten ETF kaufst, richte bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag ein. Bis zu 1.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr (Ledige; 2.000 Euro für Verheiratete) bleiben steuerfrei. Ohne Freistellungsauftrag behält der Broker automatisch 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag ein — unnötig, wenn du unter dem Freibetrag bleibst.

Freistellungsauftrag: 1.000 € (Einzelperson) / 2.000 € (zusammenveranlagte Ehepaare) — steuerfrei pro Jahr TER eines typischen MSCI World ETF: 0,07 %–0,20 % p. a. MSCI World historische Rendite: ø 7–9 % p. a. (seit 1970) Sparplan-Minimum bei Neobrokern: ab 1 € monatlich

Jetzt hast du alle Werkzeuge in der Hand: Du weißt, wie man ein Depot eröffnet, wie man den richtigen ETF findet, wann man am besten kauft und ob ein Sparplan oder eine Einmalanlage besser zu dir passt. Der erste Schritt ist oft der schwerste — aber er ist kleiner, als du denkst.

Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Wie kaufe ich einen ETF?
Du brauchst zuerst ein Depot bei einem Online-Broker oder einer Bank. Danach suchst du nach deinem gewünschten ETF (z. B. über ISIN oder WKN), wählst den Betrag und die Order-Art, und kaufst – fertig. Bei Neobrokern wie Trade Republic dauert der gesamte Prozess oft unter zehn Minuten.
Um wie viel Uhr sollte man ETFs kaufen?
Am besten zwischen 09:15 und 17:15 Uhr, wenn der Xetra-Handel in Frankfurt läuft. In dieser Zeit sind die Spreads am engsten. Die ersten und letzten 15 Minuten des Handelstages können etwas größere Spreads haben – ideal ist oft das ruhige Mittag-Fenster zwischen 11:00 und 14:00 Uhr.
Wie kann man bei Trade Republic ETFs kaufen?
Nach der Kontoeröffnung und Einzahlung suchst du in der Trade-Republic-App nach deinem ETF (Name oder ISIN), tippst auf ‘Kaufen’, gibst den Betrag ein und bestätigst. Für Einmalanlagen berechnet Trade Republic eine Pauschale von 1 Euro; Sparpläne sind komplett kostenfrei.
Was sind ETFs eigentlich?
ETF steht für Exchange Traded Fund – ein börsengehandelter Fonds, der einen Index wie den MSCI World oder den DAX nachbildet. Du kaufst damit einen Anteil an einem Korb aus vielen Aktien gleichzeitig, was das Risiko breit streut und die Kosten niedrig hält.
Lohnt sich ein ETF-Sparplan für Anfänger?
Ja, für die meisten Einsteiger ist ein Sparplan der einfachste Einstieg. Du legst einen festen monatlichen Betrag fest (schon ab 25 Euro), der automatisch investiert wird. Der Cost-Averaging-Effekt sorgt dafür, dass du bei fallenden Kursen automatisch mehr Anteile kaufst – ohne dass du täglich auf den Markt schauen musst.
Welche ETFs sollte man für den Anfang kaufen?
Für Einsteiger empfehlen Verbraucherschützer wie die Stiftung Warentest regelmäßig einen breit gestreuten Welt-ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World. Diese ETFs decken über 1.500 Unternehmen in vielen Ländern ab und sind mit einer TER von oft unter 0,20 % pro Jahr sehr günstig.